Aus der Gemeinderatssitzung vom 3. Dezember 2004

Auf der Tagesordnung standen: Städtebaulicher Entwurf für das Gewerbegebiet "Dachstein", Fassadensanierung gemeindeeigenes Kindergartengebäude in Wurmberg, Erschließung innerörtlicher Wohnbauflächen und die Verkehrssituation in der Uhlandstraße

Der städtebauliche Entwurf für das Gewerbegebiet „Dachstein“,
das eine Bruttofläche von ca. 9,6 ha und Nettobauland von ca. 6,5 ha im bisherigen Walddistrikt haben wird, fand die einhellige Zustimmung des Gemeinderates in seiner öffentlichen Sitzung am vergangenen Freitag. Zuvor hatte Dipl.-Ing. Hans Schänzel von der Architekturwerkstatt Ludwigsburg Sinn und Zweck dieses Instruments der Bauleitplanung und seine Inhalte ausführlich erläutert. Schänzel: „Der städtebauliche Entwurf dient zur Klärung der Vorhabenziele und wesentlicher Abstimmungsfragen mit den Trägern öffentlicher Belange vor dem eigentlichen Bebauungsplanverfahren. Dabei können Ziele und Ideen entwickelt, Wirkungen und geeignete Strukturen erörtert und als Leitbild festgehalten werden. Das anschließende Bebauungsplanverfahren ist dann von inhaltlichen Diskussionen und Fragen weitgehend entlastet. Es befasst sich in erster Linie mit der rechtlichen Umsetzung der festgelegten Inhalte und kann zügig durchgeführt werden.“ Der Planer wiederholte nochmals die wesentlichen Grundzüge der Planung, wie bereits in öffentlicher Gemeinderatssitzung am 23. April 2004 detailliert dargelegt und im Amtsblatt vom 30. April 2004 veröffentlicht. Anschließend erläuterte er verschiedene Erschließungsvarianten und vermittelte mittels einer Fotomontage Möglichkeiten zu einer Gestaltung des Gebietsrandes in Einklang mit dem bestehenden Landschaftsbild.

Die Erhaltung größtmöglicher Flexibilität bei der Zuweisung bedarfsgerechter Gewerbegrundstücke stellt einen zentralen Punkt der Überlegungen von Hans Schänzel dar: „Um im immer härter werdenden Wettbewerb um die Ansiedlung von Gewerbebetrieben konkurrenzfähig zu bleiben, muss die Gemeinde auf die individuellen Wünsche und Bedürfnisse der Grundstücksinteressenten reagieren können.“ Zur Umsetzung in die Praxis biete sich eine abschnittsweise, bedarfsorientierte Erschließung des Gebietes sowie ein professionelles Flächenmanagement an. Dies bedeute z.B. das Freilassen von Optionsflächen für eine spätere Betriebserweiterung zwischen einzelnen Grundstücken. Schänzel: „In der Regel entscheidet sich innerhalb der ersten fünf Jahre nach Ansiedlung bereits, ob ein Unternehmen gut läuft und einer Erweiterung bedarf. Die Gemeinde sollte dann geeignete Flächen parat haben.“ Denkbar sei z.B. auch eine spätere Vermietung bzw. Veräußerung öffentlicher Stellplätze an ein Unternehmen, damit eigene Parkplätze auf dem Firmengelände für eine Erweiterung zur Verfügung stünden.

Neben derartigen Vorzügen bestimmten zunehmend sogenannte „weiche“ Standortfaktoren die Attraktivität einer Gemeinde, so Hans Schänzel. Wurmberg habe hier einiges zu bieten, ergänzte Bürgermeister Helmut Sickmüller und zählte auf: „Hervorragende Einkaufsmöglichkeiten für den täglichen Bedarf, attraktive Wohngebiete, unmittelbare Nähe zur freien Natur und – nicht zu vergessen – die Erreichbarkeit der Innenstadt Pforzheims innerhalb kürzester Zeit.“
 Sickmüller informierte die Gemeinderäte und die zahlreichen Zuhörer auch über ein reges Interesse an Gewerbebauplätzen in der Nähe der künftigen Autobahnanschlussstelle Wurmberg: „Der Gemeindeverwaltung liegen Anfragen vor, deren Flächenbedarf sich in der Größe des Nettobaulandes dieses Gewerbegebietes bewegt.“ Der Gemeinderat müsse daher bereits im kommenden Jahr klare Aussagen über die künftige weitere gewerbliche Entwicklung der Gemeinde in Richtung Autobahn treffen und die Fortschreibung des Flächennutzungsplanes vorantreiben, stellte der Bürgermeister fest.

Zur Sanierung der Fassade am gemeindeeigenen Kindergarten in Wurmberg
erteilte der Gemeinderat nach vorheriger beschränkter Ausschreibung einstimmig die Aufträge für Blechner- und Klempnerarbeiten an die Fa. Hammer, Pforzheim-Eutingen, zum Angebotspreis von 5.946,16 EUR, sowie für Putz- und Malerarbeiten an die Fa. Eisenhardt, Wurmberg, zum Angebotspreis von 12.956,04 EUR, die jeweils billigste Bieter waren. Architekt Ralph Boger, Wurmberg, hatte vor der Auftragsvergabe die geplanten Maßnahmen ausführlich dargelegt.

Der Erschließung von Wohnbauflächen zwischen Schmiedestraße, Gollmerstraße, Uhlandstraße und Kath. Kirche
steht der Gemeinderat grundsätzlich positiv gegenüber. Einstimmig votierte das Gremium dafür, die Gemeindeverwaltung solle mit den Eigentümern der in Frage kommenden Grundstücke über deren Bereitschaft zur Teilnahme an einer Umlegung und Erschließung verhandeln. Möglich werde die Erschließung des bislang weitgehend unbebauten Bereichs südöstlich der Gollmerstraße bzw. nordwestlich der Uhlandstraße u.a. durch den Erwerb des Anwesens Schmiedestr. 7 durch die Gemeinde. Bürgermeister Helmut Sickmüller: „Ähnlich wie im Baugebiet Hofstätt/Heckengäustraße könnten hier innerörtliche Baulücken einer sinnvollen Nutzung als Wohnbauflächen zugeführt werden.“
Einig war sich der Gemeinderat darüber, dass eine verdichtete Bebauung durch Mehrfamilienhäuser mit Eigentumswohnungen bzw. eine mehrgeschossige Bauweise nicht zugelassen werden dürfe. Gemeinderat Dietmar Schaan (NWV): „Schon in den ersten Gesprächen mit den Eigentümern muss das Signal kommen, dass eine ortsverträgliche Bebauung, die sich in die Umgebung einfügt, angestrebt wird.“

Die Verkehrssituation in der Uhlandstraße
war ebenfalls Gegenstand der Beratungen des Gemeinderates in öffentlicher Sitzung. Bereits seit einigen Jahren komme es dort, so der Bürgermeister, durch parkende Kraftfahrzeuge zu teilweise erheblichen Behinderungen des Verkehrsflusses und Gefährdungen der Fußgänger, insbesondere im Bereich der Anwesen Nr. 25 und 27/1.
In der Vergangenheit geprüfte Möglichkeiten, dieses Problem zu lösen, seien erfolglos geblieben. Helmut Sickmüller: „Die Kath. Kirchengemeinde hat im Jahr 1997 dem Antrag der Gemeinde nicht entsprochen, den kircheneigenen Parkplatz in der Uhlandstraße außerhalb der Gottesdienstzeiten der Öffentlichkeit zum Parken zur Verfügung zu stellen.“ Dies sei mit der Befürchtung begründet worden, bei Nutzung der Kirche (z.B. im Zusammenhang mit Beerdigungen) würden möglicherweise dann den Kirchenbesuchern keine ausreichenden Parkgelegenheiten mehr zur Verfügung stehen.

Auch verkehrsrechtliche Maßnahmen zur Entschärfung der Verkehrssituation wie die Anordnung eines einseitigen eingeschränkten Haltverbots hätten nicht gefruchtet und seien wieder aufgehoben worden. Der Bürgermeister: „Die Verkehrsteilnehmer haben das Haltverbot schlichtweg missachtet.“

Ein sinnvoller Beitrag zur Entlastung der angespannten Verkehrssituation könne die Einrichtung von acht bis zehn Längsparkplätzen in der Uhlandstraße nach dem Gebäude Nr. 18 bis einschließlich Gebäude Nr. 24 darstellen (siehe Lageplan). Der Gemeinderat stimmte diesem Vorschlag einstimmig zu und ermächtigte die Verwaltung, mit den betroffenen Grundstückseigentümern über den Erwerb eines ca. 3,0 m tiefen Streifens zu verhandeln. Gleichzeitig solle der Bürgermeister aber auch nochmals mit der Kath. Kirchengemeinde wegen der Nutzung ihres Parkplatzes sprechen.

Einen Überblick über die aktuelle Belegung des Altenpflegeheims „Heckengäu“ in Heimsheim
gab Bürgermeister Helmut Sickmüller zum Abschluss der öffentlichen Gemeinderatssitzung. Die Auslastung in den Bereichen Pflegeheim und Kurzzeitpflege tendiere nahe der 100%-Marge, wogegen die Auslastung im Bereich der Tagespflege wieder unter 70% gesunken sei. Sickmüller: „Die der Gemeinde Wurmberg zustehenden Belegrechte werden nicht ausgenutzt. Dies ist ein Zeichen, dass die meisten älteren Menschen in Wurmberg auch bei Krankheit und Pflegebedürftigkeit gut in ihren Familien untergebracht sind.“


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