Aus der Gemeinderatssitzung vom 29. April 2005

Auf der Tagesordnung: Analyse der Wasserversorgung Wurmberg, Ergebnisse der Verkehrsschau, u.a.

Die Wasserversorgung der Gemeinde Wurmberg
war Gegenstand einer Präsentation von Dipl.-Ing. Rüdiger Haas vom Ingenieurbüro Haas2O, Remseck, in der öffentlichen Gemeinderatssitzung am 29. April 2005. Die Gemeinde hatte das Büro beauftragt, die örtliche Wasserversorgung zu analysieren und ein Ausbaukonzept für das Verteilungsnetz auszuarbeiten. Ziel der Untersuchung sei die Ermittlung der Leistungsfähigkeit der bestehenden und künftigen Versorgungseinrichtungen im Zusammenhang mit Maßnahmen zum Ausbau und Betrieb des Netzes unter Berücksichtigung neuer Baugebiete gewesen, erklärte Rüdiger Haas zu Beginn seiner Ausführungen. Anschließend beschrieb er die genaue Vorgehensweise: „Die Rohrnetzanalyse und –berechnung umfasst einen Prognosezeitraum bis zum Jahr 2020 und berücksichtigt die zu erwartende Bevölkerungs- und Wasserbedarfsentwicklung, Festlegung der Mindest-versorgungsdrücke sowie die Erstellung eines Rechennetz- und Belastungsplanes. Danach wurden die tatsächlichen Rauhigkeitswerte der Wasserleitungen im Ortsnetz durch Druckverlustmessungen ermittelt.“ Auf der Grundlage all dieser Faktoren sei dann die Leistungsfähigkeit des Ortsnetzes heute und in der Zukunft im Hinblick auf den Spitzentagesbedarf und die gesetzlich vorgeschriebene Löschwassermenge berechnet worden.

Kurzfristigen Handlungsbedarf sieht der Untersuchungsbericht von Haas2O im Bereich der Druckerhöhungsanlage beim Hochbehälter „Steingrube“. Rüdiger Haas: „Die bestehenden drei Pumpen mit einer Fördermenge von 5 Liter je Sekunde (l/s) sollten durch leistungsfähigere ersetzt werden, die bis zu 11 l/s erreichen.“ Allein durch diese Maßnahme – verbunden mit einer gesteigerten Förderhöhe der Anlage auf 2,25 bar – könnte die in manchen Bereichen bei gleichzeitiger Entnahme der gesetzlich erforderlichen Löschwassermenge bestehende Unterschreitung der Mindestversorgungsdrücke größtenteils ausgeglichen werden. Bürgermeister Helmut Sickmüller: „Die Kosten hierfür belaufen sich auf ca. 25.000,00 EUR; ein entsprechender Haushaltsansatz bereits in diesem Jahr ist vorhanden.“

Mittelfristig sieht die Analyse zudem den Austausch bzw. die Neuverlegung verschiedener Leitungen vor, um Druckverluste durch das teilweise langgestreckte und wenig vermaschte Leitungsnetz zu korrigieren. Im Bereich Glasbronnenstraße/Birkhofstraße und des in Planung befindlichen Gewerbegebietes „Dachstein“ könne die Schaffung einer Ringleitung zu einer Optimierung der Versorgungssituation nicht nur in Bezug auf die Löschwasserversorgung, sondern auch beim Ausfall einzelner Anlagen (Rohrbruch) beitragen. Im Gewerbegebiet würde zudem der Bau eines zusätzlichen Löschwasserbehälters hinfällig. Weiterhin biete eine Ringleitung Vorteile im Hinblick auf die Hygienesituation (Spüleffekt).
 Haas: „Bei Realisierung des im Flächennutzungsplan ausgewiesenen Wohnbaugebietes „Bronnenfeld“ im Ortsteil Neubärental muss zudem für eine Druckerhöhung gesorgt werden. Dies kann entweder durch verpflichtende Festsetzungen im Bebauungsplan zur Errichtung von Hausdruckerhöhungsanlagen oder durch den Neubau einer Druckerhöhungs-anlage für das gesamte Gebiet durch die Gemeinde erfolgen.“

Sein Bericht beinhalte auch einige langfristige Ausbaumaßnahmen, z.B. die Erweiterung des Hochbehälters „Steinernes Kreuz“ um eine weitere Kammer, erklärte Rüdiger Haas zum Ende seines Vortrages. Er möchte diese aber nur als Empfehlungen verstanden wissen, für den Fall, dass in den genannten Bereichen ohnehin größere Sanierungsarbeiten durchzuführen seien.

Die Ergebnisse einer Verkehrsschau
vom April 2005 mit Vertretern des Landratsamtes Enzkreis aus den Bereichen Straßenbau, Straßenrecht und Verkehrsrecht sowie von der Polizeidirektion Pforzheim stellte Hauptamtsleiter Jörg-Michael Teply dem Gemeinderat im wesentlichen wie folgt vor:

Landesstraße L 1135 / Ortsdurchfahrt Uhlandstraße:

  • Durch den ruhenden Verkehr komme es vor allem im Bereich der Arztpraxis regelmäßig zu Behinderungen im Begegnungsverkehr. Die probeweise Anordnung eines Haltverbots habe keine hinreichende Verbesserung der Situation ergeben. Aus diesem Grund würden nunmehr unter Berücksichtigung von ausreichenden Schleppkurven vom Rathaus bis zur südlichen Einmündung der Hofstättstraße in die Uhlandstraße Parkflächen gekennzeichnet, erläuterte Teply: „Von Montag bis Freitag in der Zeit von 6.30 – 19.00 Uhr wird das Parken nur in den gekennzeichneten Flächen zulässig sein.“ Wichtig sei, so der Hauptamtsleiter weiter, dass Verstöße gegen das Zonenhaltverbot außerhalb der Parkflächen vor allem in der Anfangszeit konsequent geahndet würden. Er hoffe daher, dass die Personalsituation im ab Sommer für die Gemeinde Wurmberg zuständigen Polizeiposten Niefern-Öschelbronn eine regelmäßige Überwachung erlaube.
  • Unmittelbar nach der südlichen Einmündung in die Hofstättstraße (beim Autohaus Schrafft) werde beabsichtigt, einen weiteren Fußgängerüberweg einzurichten, informierte Teply weiter. Damit solle insbesondere für mehr Sicherheit bei der Fußwegverbindung vom Bereich Hofstätt- / Heckengäustraße zum Kindergarten in der Gartenstraße gesorgt werden.
  • Im Kreuzungsbereich Uhlandstraße / Wimsheimer Straße entstünden immer wieder gefährliche Verkehrssituationen durch Kraftfahrzeuge, die aus Richtung Gollmerstraße kommend nach links in die Uhlandstraße abbiegen und dabei ihre Fahrspur nicht einhalten. Das Verkehrsamt prüfe, ob der vorhandene Raum zum Einbau eines Fahrbahnteilers ausreiche. Eine Umsetzung hänge gegebenenfalls aber zusätzlich noch von der Regelung der Kostenfrage zwischen Land und Enzkreis ab, so Teply.

Kreisstraße K 4501 / Öschelbronner Straße:

  • Im Zuge der gesamten Öschelbronner Straße komme es aufgrund des schmalen Fahrbahnquerschnittes zu Problemen beim Begegnungsverkehr. Aus Verkehrssicherheitsgründen und zur Verbesserung des fließenden Verkehrs halte die Verkehrskommission die Einrichtung eines absoluten Haltverbots im gesamten Bereich der Öschelbronner Straße ab Einmündung Wiernsheimer Straße / Uhlandstraße bis zum Ende der Bebauung für erforderlich. In der Gegenrichtung werde die Einrichtung eines absoluten Haltverbots ab Haus Nr. 30 bis nach der Einmündung der Gollmerstraße sowie anschließend ein eingeschränktes Haltverbot bis zur Einmündung in die Wiernsheimer Straße / Uhlandstraße für notwendig erachtet.
  • Die volle Unterstützung der Verkehrskommission finde auch das Anliegen der Gemeinde Wurmberg auf Bau einer Ortsumfahrung von der Kreisstraße K 4501 auf die Landesstraße L 1135. Die Ortsdurchfahrt Öschelbronner Straße stelle sich bereits jetzt zur Aufnahme des Schwerlastverkehrs als problematisch dar und würde durch eine Umfahrung deutlich entlastet werden. Die Lenkung des überörtlichen Verkehrs über eine neue Trasse sei aus Sicht der Verkehrsbehörde durchaus möglich. Auch im Hinblick auf eine geeignete Bedarfsumleitungsstrecke nach Öffnung der Autobahnanschlussstelle Wurmberg zur AS Pforzheim-Ost wäre eine Ortsumfahrung in diesem Bereich uneingeschränkt zu begrüßen. Bürgermeister Sickmüller: „Diese Angelegenheit werde ich beim nächsten Besuch von Landrat Karl Röckinger in der Gemeinde thematisieren.“

Die Versorgung der Gemeinde Wurmberg mit Erdgas
soll in wenigen Jahren verwirklicht werden. Wie Bürgermeister Helmut Sickmüller mitteilte, beabsichtige die EnBW Energie Baden-Württemberg AG den Aufbau eines Erdgasversorgungsnetzes für das Heckengäu: „Die EnBW will die Gemeinden Wurmberg, Wimsheim, Mönsheim, Friolzheim, Heimsheim, Tiefenbronn sowie die Ortsteile Perouse der Gemeinde Rutesheim und Flacht der Gemeinde Weissach künftig mit Erdgas versorgen.“ Den Baubeginn in dem Gebiet strebe das Unternehmen für das Frühjahr 2006 an; die Gesamtbauzeit werde voraussichtlich vier Jahre betragen.
 Diese Informationen hätten ihm Vertreter der EnBW in einem Gespräch Anfang letzter Woche gegeben, berichtete Sickmüller. Über die finanziellen Bedingungen für die Erdgasversorgung fänden derzeit Gespräche mit den Bürgermeistern statt.

Der sog. „Jägersteg“ über die Bundesautobahn A 8
wird wieder aufgebaut. Mit dieser erfreulichen Nachricht konnte der Bürgermeister zum Abschluss der Gemeinderatssitzung aufwarten. Sickmüller berief sich dabei auf ein Schreiben vom Ministerium für Umwelt und Verkehr des Landes Baden-Württemberg: „Stefan Mappus hat in einer seiner letzten Amtshandlungen als Minister bestätigt, dass sich Bund und Land auf einen Wiederaufbau des Fußgängerstegs einigen konnten.“ Bekanntlich habe die Gemeinde Wurmberg im Planfeststellungsverfahren zum Ausbau der BAB A 8 nachdrücklich, aber zunächst erfolglos die Wiederherstellung dieser Querungsmöglichkeit für Fußgänger und Radfahrer über die Autobahn verlangt. Auch der CDU Ortsverband Wurmberg habe diese Forderung mit einer großangelegten Unterschriftenaktion massiv unterstützt. In seinem Schreiben begründet Mappus das Umdenken der zuständigen Ministerien: „Die Forderungen nach einem Ersatzbauwerk kamen auch deswegen, weil die beiden angrenzenden Autobahnunterführungen mit den Wegezuführungen teilweise für den Kraftfahrzeugverkehr freigegeben sind. Damit ist eine gefahrlose Autobahnquerung für Fußgänger und Radfahrer, wie es mit dem Steg möglich war, nicht mehr gewährleistet. Im Hinblick auf die hohe Erholungsfunktion dieses stadtnahen Gebietes wäre dies sehr unbefriedigend.“ Der Steg solle im Zuge des laufenden Autobahnausbaus errichtet werden und rund 200.000 EUR kosten, teilte Helmut Sickmüller mit.

Baugesuch
Einstimmig erteilte der Gemeinderat das Einvernehmen zum Antrag auf Baugenehmigung für den Neubau einer Garage auf dem Grundstück Flst.Nr. 1216/3, Hofstättstr. 17.


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