Aktuelles zu den Auswirkungen der Corona-Pandemie auf das Ortsgeschehen

Aktuelle Informationen zu den Auswirkungen von Corona aus Ortsgeschehen gibt Bürgermeister Jörg-Michael Teply

Eine Information von Bürgermeister Jörg-Michael Teply

Liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger,

Sie sind es schon gewohnt, dass ich Sie in loser Folge über die Auswirkungen der Corona-Pandemie auf unser örtliches Zusammenleben informiere. In aller Kürze möchte ich deshalb auch heute ein paar aktuelle Themen aufgreifen.

Schulunterricht und Kindertagesbetreuung
Das Infektionsgeschehen rund um das Corona Virus SARS-CoV-2 ließ in den vergangenen Wochen weitere Lockerungen von den bestehenden Einschränkungen zu. So findet seit nunmehr zwei Wochen an der Grundschule und in den örtlichen Kindertageseinrichtungen ein Regelbetrieb unter Pandemiebedingungen statt. Meinen Informationen zufolge funktioniert das eigentlich recht gut, möglicherweise bestehende Anfangsschwierigkeiten sind überwunden.

Kernzeit- und Nachmittagsbetreuung an der Grundschule
In dem einen oder anderen Gespräch der vergangenen Tage wurde die Zulässigkeit bzw. Notwendigkeit des Angebots der Kernzeitbetreuung an der Grundschule Wurmberg in Frage gestellt. Hintergrund ist die landesgesetzliche Vorgabe zur konstanten Gruppenbildung in Schule und Kindergarten, welche in dieser Form für die Kernzeitbetreuung nicht gilt (und auch nicht realisierbar wäre). Bereits im Bürgerbrief vom 19.06.2020 habe ich hierzu Ausführungen gemacht, die ich an dieser Stelle nochmals konkretisieren möchte:

Der Rückkehr zum Regelbetrieb unter Pandemiebedingungen in der Grundschule liegt u.a. die Zielsetzung zugrunde, durch verlässliche schulische Unterrichts- und Betreuungsangebote auch wieder dazu beizutragen, die Vereinbarkeit von Familie und Beruf weitgehend zu gewährleisten. Hierzu reicht der reine Schulunterricht nicht aus. Aufgrund der gegebenen Vorschriften und Einschränkungen kann der Unterricht nicht den zeitlichen Umfang des Normalbetriebs vor Corona erreichen – und schon da bedurfte es ja der ergänzenden Kernzeit- und Nachmittagsbetreuung, um ggf. beiden Elternteilen eines Kindes das Arbeiten zu ermöglichen.

Bei der Kernzeit- und Nachmittagsbetreuung war und ist Folgendes zu berücksichtigen:

  • Eine Aufteilung entsprechend der Klassenverbünde im Schulbetrieb ist in der Kernzeit- und Nachmittagsbetreuung personell und räumlich schlichtweg nicht zu leisten. Unterstellt, dass aus jeder Klasse der Grundschule mindestens ein Kind am Betreuungsangebot teilnimmt, würde dies mindestens acht Betreuungskräfte und acht Räume bedeuten.
  • Die einzig sinnvolle Alternative wäre, die Kernzeit- und Nachmittagsbetreuung nicht anzubieten – dies steht jedoch diametral zur Zielsetzung einer Verbesserung der Vereinbarkeit von Familie und Beruf durch den Regelbetrieb unter Pandemiebedingungen.
  • Die tatsächliche Zahl der Kinder, die das Betreuungsangebot in Anspruch nehmen, ist deutlich geringer als zu „normalen“ Zeiten. Die Eltern und Erziehungsberechtigten zeigen hierdurch Verständnis für die Bitte, Kinder wirklich nur dann zu schicken, wenn absolut keine andere Betreuungsmöglichkeit gegeben ist.
  • Die Betreuungskräfte achten soweit als möglich darauf, dass sich die Kinder nicht zu nahe kommen – wohlgemerkt gilt gemäß ab 01.07.2020 maßgeblicher CoronaVO die Abstandsregel in der Kernzeitbetreuung jedoch ebenso wenig wie in der Schule selbst oder in den örtlichen Kindertageseinrichtungen.
  • Um die volle infektionsvorbeugende Wirkung der konstanten Gruppen zu erzielen, müsste deren Zusammensetzung bereits zwischen den Kindertageseinrichtungen und der Grundschule aufeinander abgestimmt werden. Wenn z.B. zwei Kinder aus verschiedenen Familien in der Schule die gleiche Klasse besuchen, im Kindergarten aber in verschiedenen Gruppen sind, findet die Durchmischung spätestens zuhause wieder statt. Darüber hinaus bestehen in einer Vielzahl von Fällen private Kontakte außerhalb von Schule und Kindergarten, welche die dortigen Vorgaben der Trennung sicherlich auch nicht immer berücksichtigen.

Auch das Land Baden-Württemberg sieht dies so, weshalb sein „Konzept zur Rückkehr zu einem Regelbetrieb an Grundschulen in Baden-Württemberg unter Pandemiebedingungen“ entsprechende Ausführungen beinhaltet. Dort heißt es:

„Um eine verlässliche Betreuungszeit an der Grundschule zu gewährleisten, können unterschiedliche Aspekte erforderlich sein: die Unterrichtszeit, eventuell eine ergänzende Lernzeit, Betreuungsangebote der verlässlichen Grundschule oder der Hort an der Schule (für die der Schulträger verantwortlich ist). (…) Bedarf es aus organisatorischen Gründen einer Veränderung in der Zusammensetzung der Gruppen, so ist auch hier konstant vorzugehen, damit Kontakte bei Bedarf möglichst gut nachvollzogen werden können.“

Schon in dem Konzept ist klargestellt, dass die Zusammensetzung von Betreuungsgruppen anders sein wird als die konstanten Gruppen im Schulbetrieb, die aus dem jeweiligen Klassenverbund herrühren. Der Gemeindetag Baden-Württemberg hat hierzu ergänzend auf zahlreiche Nachfragen aus seinen Mitgliedskommunen Folgendes ausgeführt:

„Betreuungsgruppen werden sehr häufig anders zusammengesetzt sein, als die Schulklassen selbst, weil in der Regel Kinder aus verschiedenen Grundschulklassen zusammengezogen werden. Eine klassenübergreifende Betreuungsgruppe sowie Veränderung der Zusammensetzung der Gruppe gegenüber der Zeit vor Corona sind jedoch nicht ausgeschlossen. Die Gruppen, die sich jeweils zusammenfinden, sollen möglichst konstant praktiziert werden, Neuaufnahmen sind dennoch möglich. Wesentlich ist es letztendlich, dass im Falle einer Infektion die Zusammensetzung der Gruppen nachvollziehbar ist.“

Eine konstante Gruppenzusammensetzung im vorgenannten Sinne ist dadurch gegeben, dass sie die ohnehin Anspruchsberechtigten für das Angebot der Kernzeit- und Nachmittagsbetreuung umfasst. Auch wenn dies aus infektiologischer Sicht sicher nicht optimal ist, wird das Hauptziel der Vorgabe doch erreicht: im Bedarfsfall Infektionsketten schnell identifizieren und unterbrechen zu können.

Ferienbetreuung
Im Lichte vorgenannter Ausführungen haben die Gemeinden Mönsheim und Wurmberg entschieden, unter Berücksichtigung der jeweils geltenden Abstands- und Hygienevorschriften nach Möglichkeit auch die Ferienbetreuung für Grundschüler in den Sommerferien anzubieten. Auf die entsprechende Ausschreibung im heutigen Amtsblatt wird verwiesen.

Die Gruppenzusammensetzung weicht gegenüber der Kernzeit- und Nachmittagsbetreuung hierbei nochmals ab, allerdings liegt zwischen dem Ende des Betreuungsangebots und dem erneuten Zusammenkommen der Schülerinnen und Schüler in ihrem Klassenverbund zu Beginn des neuen Schuljahres ein ausreichend großer Zeitraum von drei Wochen.

Ferienprogramm
Nicht stattfinden kann in diesem Jahr leider das durch die örtlichen Vereine und Organisationen in Zusammenarbeit mit der Gemeindeverwaltung angebotene Kinderferienprogramm zum Ende der Sommerferien. Diese Entscheidung ist insbesondere folgenden Umständen geschuldet:

  • Aufgrund stetig sinkender Teilnehmerzahlen sollte das Konzept für das Ferienprogramm für 2020 eigentlich gemeinsam mit allen Beteiligten auf den Prüfstand kommen – wegen Corona konnten die vorgesehenen Zusammenkünfte der Vereinsvertreter mit der Verwaltung im Frühjahr jedoch nicht stattfinden.
  • Die Einhaltung der geltenden Abstands- und Hygienevorschriften würde für die beteiligten Vereine und Organisationen einen höheren personellen und organisatorischen Aufwand als in den Jahren zuvor bedeuten. Diese Vereine und Organisationen haben aber ohnehin bereits - mal mehr, mal weniger - mit den Folgen der Corona-Pandemie zu kämpfen. Beispielhaft seien nur ausgefallene Veranstaltungen und dadurch entgangene Einnahmen genannt, die nicht für jede/n Verein/Organisation leicht zu verkraften sind. Ein zusätzlicher Aufwand auch noch fürs Ferienprogramm wäre da nur schwer zu vermitteln.

Seniorennachmittag
Der Seniorennachmittag, den der Frauenchor Wurmberg und die Gemeinde Wurmberg üblicherweise in den Herbstferien veranstalten, wird aller Voraussicht nach in diesem Jahr Corona-bedingt leider ebenfalls entfallen. Es ist nun einmal so, dass mit zunehmendem Alter das Risiko für einen schwereren Krankheitsverlauf im Falle einer Ansteckung mit dem Corona Virus steigt. Ganz unabhängig davon, ob im Oktober eine solche Veranstaltung rechtlich überhaupt zulässig wäre, besteht meiner persönlichen Auffassung zufolge eine besondere Fürsorgepflicht gegenüber unseren älteren Mitbürgerinnen und Mitbürgern. Dies führt nach heutigem Stand für einen Seniorennachmittag in der Turn- und Festhalle zwangsläufig zu einer Beschränkung der Besucherzahl und der Vorgabe einzuhaltender Abstands- und Hygienevorschriften.

Einen Seniorennachmittag aber, an dem nicht alle interessierten Mitmenschen teilnehmen und die Teilnehmenden dann wegen einzuhaltender Abstandsregeln mehr schlecht als recht miteinander reden können, kann und will ich mir derzeit nicht vorstellen.

Doch wer weiß – vielleicht lässt das Infektionsgeschehen bis Oktober ja weitere Lockerungen zu und wir finden doch noch eine Möglichkeit, die Seniorinnen und Senioren einzuladen (… dann sicherlich aber in einem etwas anderen Format als üblich).

Ortsjubiläum 2021
Im sehr umfangreichen Bericht zur letzten Gemeinderatssitzung vielleicht etwas untergegangen ist die Information, dass die Corona-Pandemie bereits konkrete Auswirkungen auf das Ortsjubiläum „800 Jahre Wurmberg/300 Jahre Neubärental“ im kommenden Jahr hat. Aufgrund der ungewissen weiteren Lageentwicklung und der knapp bemessenen Vorbereitungszeit für ein solches Großereignis haben sich die Vorstände bzw. Vertreter der örtlichen Vereine und Organisationen in einer gemeinsamen Sitzung in Bezug auf die eigentlich geplanten Feierlichkeiten zum Jubiläum wie folgt verständigt:

  • Die kommunalen Feierlichkeiten zum Jubiläum werden im Jahr 2021 auf einen Festakt im Herbst beschränkt.
  • Das ursprünglich angedachte Festwochenende findet im Jahr 2021 nicht statt.
  • Stattdessen besteht für die örtlichen Vereine und Organisationen die Möglichkeit, im kommenden Jahr durch eigene Veranstaltungen in gewohntem oder sogar noch stärkerem Maße Corona-bedingte Einnahmeausfälle ein Stück weit zu kompensieren. So könnten z.B. im Jahr 2021 ein Seenachtsfest UND ein Weihnachtsmarkt stattfinden. Wünschenswert wäre, wenn möglichst viele der Veranstaltungen einen Bezug zum Ortsjubiläum herstellen.
  • Kommunale Aktivitäten außerhalb von Veranstaltungen werden ggf. wie geplant umgesetzt.
  • Im Jahr 2022 soll dann das Festwochenende nachgeholt bzw. eine große Feier FÜR Wurmberger und Neubärentaler veranstaltet werden. Je nach Corona-Entwicklung könnte das letztgenannte Veranstaltungsformat aber auch ohne viel Vorbereitungs- und Organisationsaufwand kurzfristig noch im Jahr 2021 stattfinden.
  • Auch unter den geänderten Voraussetzungen obliegt die weitere Federführung für die Aktivitäten im Zusammenhang mit dem Ortsjubiläum dem hierfür gegründeten Festausschuss.

Wie bereits gewohnt meine ganz persönlichen Bitten zum Schluss:

  • Unterstützen Sie die örtlichen Vereine und Organisationen, die Gastronomen, Handwerks-, Handels- und Dienstleistungsbetriebe und alle die ich jetzt nicht explizit erwähnt habe, im Rahmen Ihrer Möglichkeiten – durch Ihren Einkauf, Ihren Besuch oder auf sonst geeignete Weise!
  • Verhalten Sie sich dabei aber bitte weiterhin diszipliniert und vernünftig und beachten Sie die geltenden Abstands- und Hygienevorschriften!

In diesem Sinne: Bleiben Sie und Ihre Angehörigen möglichst alle gesund!


Ihr
Jörg-Michael Teply
Bürgermeister