Aus der Geschichte der Gemeinde Wurmberg

Aufnahme der Evangelischen Kirche in Wurmberg aus dem Jahr 1957

Wurmberg ist möglicherweise 1194 in der Form "Wurenberc" als Schenkung der Herren von Iptingen an das Kloster Maulbronn, spätestens jedoch 1221 bei der Bestätigung über die Gründung einer Kapelle urkundlich erstmals erwähnt. Trotz dieser Kapelle gehörte der Ort kirchlich zunächst zu Wiernsheim, bevor er mit eigenen Pfarreirechten ausgestattet wurde. In der Folgezeit gelang es dem Kloster Maulbronn nach und nach, die Ortsherrschaft über Wurmberg gänzlich zu erwerben. Mit dem Kloster ging das Dorf 1504/09 an Württemberg über.

Elend und Tod brachte den Einwohnern des Ortes der dreißigjährige Krieg (1618 - 1648) und die Pest (1635/36). Die Bevölkerungszahl reduzierte sich auf maximal ein Viertel des Vorkriegsstandes. 1654, wenige Jahre nach Beendigung des Krieges, waren in Wurmberg nur noch 79 Einwohner ansässig.

Ende des 17. Jahrhunderts nahm das Herzogtum Württemberg etwa 2.000 reformierte Glaubensflüchtlinge aus Piemont im heutigen italienisch-französischen Grenzgebiet auf, sicherte ihnen freie Religionsausübung zu und überließ ihnen brachliegende Äcker und Wiesen zur Bewirtschaftung. So ließen sich auch etwa 200 Personen in Wurmberg nieder und gründeten in der "Welschen Gasse" (heute: Pforzheimer Straße) die "Colonie de Luserne et Queiras et Guillestre", die Kolonie Lucerne. Die meisten von ihnen waren keine Waldenser im engeren Sinne, hatten aber vor ihrer Vertreibung in den Tälern gelebt und das Schicksal der Waldenser geteilt. Auch der Kaufmann Anton Seignoret, dem die Einführung der Kartoffel in Württemberg zu verdanken ist, wohnte in Lucerne, das im Jahr 1808 politisch ganz mit Wurmberg vereinigt wurde, nachdem bereits fast 40 Jahre zuvor unter anderem eine gemeinsame Rechnungsführung vereinbart worden war.

Die Gründung von Neubärental geht auf das Jahr 1721 zurück. Johann Jakob Beck, ein aus Bärenthal bei Beuron (Hohenzollern) stammender Theologe, hatte sich mit einigen Familien aus seinem Geburtsort dem reformierten Glauben zugewandt. Sie mussten deshalb flüchten und kamen schließlich über Zürich in das heutige Neubärental und ließen sich im "Birkhof" nieder.

Bis 1935 war Neubärental Teilgemeinde von Wurmberg mit eigener juristischer Persönlichkeit, ehe dieses Recht durch Gesetz aufgehoben wurde und alle Aufgaben auf den Hauptort übergingen.

Schlechte wirtschaftliche Verhältnisse führten in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts zu großen Auswanderungsschüben, zunächst nach Osteuropa und dann vor allem nach Nordamerika. Wurmberg entwickelte sich von einer rein agrarisch und später teilweise handwerklich strukturierten zu einer Arbeiterwohngemeinde. Um 1900 pendelten etwa 300 Wurmberger täglich zu den Arbeitsstätten der Schmuck- und Uhrenindustrie nach Pforzheim.

In den ersten Jahren des 20. Jahrhunderts erhielten Wurmberg und Neubärental Anschluss an moderne Wasser- und Elektrizitätsversorgungsanlagen. Auch die Verkehrsverbindungen nach Pforzheim und Mühlacker wurden um die Jahrhundertwende deutlich verbessert.

Der Erste Weltkrieg brachte wiederum viel Not nach Wurmberg. Der Ort hatte 35, Neubärental 14 Gefallene und Vermisste zu beklagen. Gegen Ende des Zweiten Weltkrieges, im April 1945, wurde Wurmberg durch französische Truppen beschossen und bombardiert. Ein Drittel der Gebäude wurde durch diesen Angriff zerstört, darunter auch Rathaus und Schule. Durch den Artilleriebeschuss kamen 9 Bürger ums Leben und 33 Familien wurden obdachlos. Insgesamt fanden im Zweiten Weltkrieg 68 Wurmberger und 16 Neubärentaler Bürger den Tod oder wurden vermisst.

Wie nach einem Bombenangriff sah es ebenfalls am späten Abend des 10. Juli 1968 in Neubärental aus, als ein Tornado wütete, den Waldteil "Glasbronnen" teilweise zerstörte und etwa 70 Gebäude im Ort schwer beschädigte. Der materielle Schaden betrug etwa 1,3 Millionen DM; Menschenleben waren - wie durch ein Wunder - nicht zu beklagen.


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